Vom 24. Hubertus-Pokal im jagdlichen Schießen

Traditionswettkampf in diesem Jahr leider nicht ausgebucht

Auch in diesem Jahr trafen sich am letzten Samstag im September wieder Jagdschützen aus dem gesamten norddeutschen Raum, darunter viele altbekannte, aber auch einige neue Gesichter auf der bestens gepflegten Schießanlage in Karow bei Güstrow.

Der Ablauf ist seit Jahren der gleiche: Ab etwa 7:30 Uhr füllt sich der Parkplatz, erfolgt die Ausgabe der Startnummern. Sicherheitsbelehrung, Vorstellung der Richter und Standaufsichten durch den Vereinsvorsitzenden Rolf Batarow, feierliche Eröffnung mit Jagdhornsignalen und Salutschüssen. In diesem Jahr gab’s Sonderapplaus bereits bei der Begrüßung: War der Mecklenburger Thomas Dankert, selbst schon zweifacher Sieger des Hubertus-Pokals, doch als Sieger aller Klassen bei der Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen in Freiburg zurückgekommen.

Obwohl hier die Chance winkt, trotz nicht unbedingt überragender Ergebnisse zu den Hauptgewinnern zu gehören, war der Wettkampf erstmalig seit Jahren nicht schon lange vor dem Termin ausgebucht. Am Wetter wird’s nicht gelegen haben, die Bedingungen waren erstklassig. Auf eine perfekte Vorbereitung und Durchführung kann man sich 100%ig verlassen.

Der Karower Hubertus-Pokal ist wohl der einzige Wettbewerb dieser Art, bei dem für jeden 10er-Platz (also ggf. auch für den 100.!) ein lukrativer Hauptpreis verlost wird. Regelmäßig stehen Büchsen, Flinten, Luftgewehre, Motorsensen und Kettensägen auf dem Gabentisch.

Aber in diesem Jahr hatten nur 94 Teilnehmer gemeldet, von denen dann 89, darunter leider nur fünf Damen, wirklich angetreten waren. Enttäuschte Gesichter bei den Organisatoren. Gehen doch alle, wirklich alle Teilnehmer mit einem Preis nach Hause ...

Um 8:30 Uhr fiel der erste Schuss. Es ging wie immer um möglichst viele Treffer bzw. Punkte in den jagdlichen Disziplinen Skeet, stehender Bock (angestrichen), stehender Überläufer (stehend freihändig – beide auf 100 m) und dazu die eher unüblichen Disziplinen Schnürender Fuchs (lfd. Scheibe auf 50 m) und von links nach rechts laufender Keiler (mit Flinte und FLG auf 35 m) zu messen. Und als Höhepunkt wieder die 15 Scheiben jagdlich Trap auf dem so schwer zu beschießenden Stand, der sonst gar nicht mehr genutzt wird. Hier waren die Tauben sogar etwas entschärft worden – die Ergebnisse waren in der Breite trotzdem nicht wirklich besser als in den Vorjahren.

Dank perfekter Organisation hatten die letzten Rotten schon vor 16 Uhr alle Disziplinen absolviert. Nach akribischer Auswertung wurde wie in jedem Jahr zu diversen Shoot-Offs gerufen. Nicht nur die Besten jeder Sparte (Wurfscheibe, lfd. Scheiben, 100 m) sind evtl. durch Stechen zu ermitteln, nein, auch Gleichstände an den Schnittstellen der 10er-Plätze sind reichlich zu brechen. Auch in diesem Jahr traten auf dem (richtigen) Trapstand wieder nur die unmittelbaren Konkurrenten gegeneinander an, damit der Ausgang des Stechens sofort für alle sichtbar war. Die Anspannung der Wettkämpfer war bis hinauf auf die voll besetzte Zuschauertribüne zu spüren.

Nach dem Schüsseltreiben mit leckerer Gulaschsuppe gings dann endlich an die Siegerehrung. Mit 310 Punkten sicherte sich der Seehofer Sebastian Hildbrand (Pokalzweiter der Jahre 2014 bis 2016) endlich den ersehnten Sieg. Besonders erwähnenswert: Er bestritt den Wettbewerb mit einer Beinmanschette und bestritt die Wege zwischen den Disziplinen sogar an Krücken. Den zweiten Platz mit 302 Pkt. belegte Fabio Knust aus Lohmen, der mit 95 Pkt. auch die Sonderwertung „lfd. Scheiben“ gewann. Mit 296 Pkt. landete Routinier Klaus-Dieter Penack (Michendorf) auf dem dritten Platz. Dieser gewann auch das Stechen um den besten Flintenschützen gegen Bundesmeister Thomas Dankert. Beide hatten zuvor je 27 Scheiben getroffen. Ins Shoot-Off um den besten Kugelschützen mussten mit je 98 Pkt. schließlich Steffen Kühn aus Strasen und Ulli Griwahn aus Schuenhagen auf die 100-m-Bahn.

Mit einem kräftigen „Horrido“ bedankten sich die Wettkämpfer bei Batarow und seinem Team, bevor zum gemütlichen Teil des Abends bei Musik und Tanz übergegangen wurde.

Im nächsten Jahr steht der 25. Hubertus-Pokal an und Vereinschef Batarow hat versprochen, sich zum Jubiläum etwas Besonderes einfallen zu lassen ...

Text und Fotos: Hans-Joachim Raabe