Und wieder Sonnenschein in Florida - Teil 1

Ja, ich kann es nicht verhehlen. Die USA gehören nun mal zu unseren Favoriten, wenn es um die Urlaubsplanung geht. Zumindest, solange es die politischen Turbulenzen der heutigen Tage erlauben.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Urlaub in Europa immer teurer wird. Kaum jemand fliegt noch in die Türkei oder nach Tunesien, die griechischen Inseln scheinen auch nicht mehr 1. Wahl zu sein. Wohl auch daraus resultierend haben die Preise auf Mallorca und auf den Kanaren kräftig angezogen. Aber der Dollar steht günstig! Zumindest unter touristischen Gesichtspunkten. Also doch wieder ab über den großen Teich.

Diesmal wählen wir den Nordwesten Floridas (eine gewisse Vorliebe gerade für diesen Südstaat kann ich nicht leugnen). Panama City Beach liegt an der „Emerald Coast“, der smaragdgrünen Küste am Golf von Mexico, etwa auf halbem Weg zwischen Tallahassee, der Hauptstadt Floridas, und Pensacola. Die größte Stadt im äußersten Nordwesten Floridas ist u.a. bekannt für die „Naval Air Station“, eine Marineflugakademie der USA. Diese beherbergt auch das National Aviation Museum und ist Heimat der berühmten „Blue Angels“. Mit etwas Glück kann man diesen Präzisionsfliegern auch beim Flugtraining zuschauen. Wir hatten Glück und wurden am Ende der Saison sogar Zeugen einer absolut beeindruckenden Flugshow. Die Gegend um Panama City Beach ist herrlich, zu dieser Zeit nicht wirklich überlaufen und natürlich finden sich doch tatsächlich wieder einige Schießstände …

In gewohnter Weise haben wir uns vorab unter www.claytargetsonline.com informiert. Sechs Stände können wir in der Region ausmachen, zwei davon scheiden ob ihrer Entfernung von vornherein aus. Wir versuchen es also mit Shoal River Sporting Clays (www.shoalriver.com). Für amerikanische Verhältnisse nicht gerade üblich, hatte der General Manager Thomas Mayers sogar auf meine E-Mail-Anfrage geantwortet.

Er empfängt uns sehr freundlich und erklärt uns bereitwillig die Anlage, die seit 1995 existiert und rein kommerziell betrieben wird. Clubmitglieder gibt es nicht. Auf rd. 70 acres (knapp 30 ha) befinden sich zwölf 25y- und sechs 100y-Bahnen, zugelassen „für alles“ außer .338 und .50 BMG. Dazu kommen einmal Five-Stands und eine Runde Sporting Clays – unser eigentliches Ziel. Auf einem Rundkurs von einer Meile befinden sich zwölf Stationen mit je zwei Maschinen. Der Weg ist auch mit den Clay-Carts eher schlecht zu fahren, zu Fuß wollen wir uns das gar nicht erst vorstellen. Die „Käfige“ sind aus Plasterohren gefertigt. Hm, erinnert mich alles sehr an die eine Anlage in der Nähe von Jacksonville. Aber wenigstens gibt’s hier eine Leihflinte, ein 12er-Halbautomat Beretta 380. Sie macht einen ordentlichen Eindruck und wo wir nun einmal hier sind ...

Ja, es hat Spaß gemacht und Thomas war, wie eigentlich alle dort drüben, sehr freundlich, nett und offen. Aber ein richtiges Highlight war das nicht. Schade.

 

Text: Hans-Joachim Raabe
Fotos: H. Deicke