Italienische Leichtigkeit

Caesar Guerini Invictus I

In der Lombardei ist die Welt noch in Ordnung. Auf jeden Fall in den Töpfen der regionalen Küchen. Schon nach zwei Tagen allerdings ahne ich, dass ich –  wenn ich länger hierbleiben würde – wahrscheinlich fünf Kilo zunähme.

Ich frage mich im Prinzip die ganze Zeit  wieso ich überall drei bis vier Gänge verspeisende, klapperdünne Italienerinnen sehe. Es ist einfach nicht zu fassen. Wie machen die das? Ich werde es wohl nie herausfinden. Fakt ist aber, dass bei mir das italienische Essen in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit ansetzt. Aber das Leben könnte schlechter sein …

Die Lombardei ist eine Region in Norditalien. Ihre Hauptstadt Mailand ist ein globales Mode- und Finanzzentrum mit vielen exklusiven Geschäften und Restaurants. Der gotische Duomo di Milano und das Kloster Santa Maria delle Grazie, mit Leonardo da Vincis Gemälde „Das Abendmahl“, zeugen von jahrhundertealter Kunst und Kultur. Nördlich von Mailand liegt der Comer See, ein elegantes Alpenresort mit atemberaubender Landschaft. Östlich von Mailand, in der Nähe des Lago d´Iseo, liegt das Mekka der italienischen Waffenhersteller. Genauer gesagt im Gardone Val Trompia, eine der dort ansässigen Firmen ist Caesar Guerini. Caesar Guerini ist eine relativ junge Firma. Erst seit 2002 gibt es das Unternehmen. Inzwischen hat sich der kleine Hersteller als eine der Anlaufstellen für besonders schön gefertigte Flinten etabliert und nicht nur sein Produktportfolio, sondern auch seine Mitarbeiterzahl entsprechend vergrößert. Das Hauptaugenmerk liegt dabei vor allem auf Bockdoppelflinten für Jagd und Sport, doch auch halbautomatische Gewehre finden sich im Katalog der Italiener. Die Qualitätsarbeit zahlte sich aus, denn seit Bestehen heimste Caesar Guerini etliche Preise ein. Der italienische Hersteller besticht durch sehr schöne Gravuren auf all seinen Flintenmodellen. Aber auch die Technik kommt nicht zu kurz: Das eigens entwickelte Invictus-System, welches der Abnutzung bei Kipplaufgewehren entgegenwirken soll, kommt auch bei unserer Testflinte zum Einsatz. Dabei wird auf einen besonders einfachen Austausch von Scharnierbolzen Wert gelegt, der im Gegensatz zum Wettbewerb ohne Spezialwerkzeug auch zu Hause vorgenommen werden kann, das Werkzeug wird mit der Waffe gleich mitgeliefert. Die Scharnierbolzen sitzen nicht mehr auf der Basküle, sondern auf den Läufen. Die Kraft des Schusses wirkt sich auf diese Weise nicht auf die Basküle aus. Diese würde sich sonst im Laufe der Zeit lockern, was auf Kosten der Präzision ginge. Für diese Bockflinte mit ihrem Invictus-Block werden eine Million Schuss garantiert.



Unsere Testflinte, die Caesar Guerini Invictus I, hat ein 12/76er-Patronenlager und eine Lauflänge von 81 cm, natürlich mit Stahlschrotbeschuss. Der Sicherungsschieber ist gleichzeitig für die Laufvorwahl zuständig. Bei der Testwaffe ging der Schieber sehr leicht, so wie es sein sollte. Das 81 cm lange Laufbündel ist mit einer sich konisch verjüngenden Visierschiene von 10/8 mm, die gleichzeitig ventiliert ist, ausgestattet. Am Ende der Visierschiene ist ein weißes Leuchtkorn befestigt, das bei der Zielerfassung nicht zu aufdringlich ist. Zum Lieferumfang gehören acht Choke-Einsätze mit IC-(Viertel-), LM-(Dreiachtel-), M-(Halb-), IM-(Dreiviertel-), LF-(Siebenachtel-), 2x F-(Voll-) und 1x XF-(Extra-Voll)Bohrungen. Die Caesar Guerini Invictus I Sporting hat am fast geraden Schaft einen gut ausgeprägten Pistolengriff mit einer guten Handballenausformung aus schönem Nussbaumholz mit griffiger Fischhaut an Vorderschaft und Pistolengriff. Der Vorderschaft liegt satt in der Hand, die Schaftkappe aus Holz ist eine Sonderbestellung und nicht im Lieferumfang enthalten. Die originale Schaftkappe ist aus Gummi, wie bei so vielen anderen Herstellern auch. Eigentlich schade, hier sollte wirklich langsam ein Umdenken der Hersteller eintreten. Viele dieser Gummischaftkappen sind nur für den Voranschlag geeignet, sie gleiten kein Stück an der Kleidung, ganz im Gegenteil. Die Schaftlänge mit 377 mm entspricht dem heutigen Standard. Der Hinterschaft hatte eine Schaftrückenverstellung, mit der man in kurzer Zeit die Flinte auf den jeweiligen Schützen anpassen konnte. Die Caesar Guerini Invictus I Sporting hat serienmäßig eine sehr schöne Gravur, die größtenteils in Handarbeit ausgeführt wird. Die Position des Abzuges ist durch den Schützen in der Länge selbst einstellbar und auch das Abzugsgewicht kann der Schütze sich selbst einstellen. Wir haben die Flinte im Jagdparcours getestet und gerade hier hat die Caesar Guerini Invictus I richtig Spaß gemacht. Die 3,9 kg waren hier sehr wendig, ob bei schnellen Querreitern oder hohen Überkopftauben, die Flinte vermittelte immer ein gutes und sicheres Gefühl im Handling. Der Rückschlag war sehr moderat, auch mit 28-g-Vorlage bei den schon fast gefürchteten Game-Bore-Black-Gold-Stahlschrotpatronen.

Die Caesar Guerini Invictus I ist auf jeden Fall was für anspruchsvolle Sportschützen, die sich extrem wettkampfstarke und langlebige Flinten wünschen.

Die unverbindliche Preisempfehlung der Bockflinte Caesar Guerini Invictus I liegt bei 4.990 Euro.


Text und Fotos: Thorsten Heine