Brenner BF18

Es war mal wieder eine der vielen Waffen-Messen, auf der ich auf der Suche nach Neuem jede der Messekojen auf ihr Angebot prüfte. Nach zwei Tagen auf der Suche nach Neuem wird man langsam müde, die Konzentration lässt langsam nach und die Beine werden schwerer. Man läuft die Gänge wie in Trance ab. Doch dann, an einer Messekoje, erregte eine Flinte meine Aufmerksamkeit. Von Weitem waren eine schwarze Basküle, schwarze Läufe und ein seidenmattes Öl-Finish auf dem Holz zu sehen. Beim Näherkommen war dort noch eine Flinte, nur mit silberner Basküle, gleich neben der schwarzen.

Brenner BF18 stand auf dem Schild. Mit dem Namen konnte ich nichts anfangen, aber egal, dachte ich mir, schau dir die Flinte erstmal an.

Die Brenner-Flinte BF18 wird über die Firma Waffen Schumacher GmbH in Krefeld als Großhandels- sowie Im- und Exportunternehmen vertrieben.

Die Brenner BF18 ist, für ihr Preissegment, ganz gut aufgestellt. Man bekommt sie mit silberner oder schwarzer Basküle im Kaliber 12/76 inklusive Stahlschrotbeschuss, 71 cm Lauflänge, der Schaft aus Walnussholz im seidenmatten Öl-Finish, Stahlbasküle, Flankenverschluss, selektiver Einabzug mit Umschaltung für die Laufwahl, rotes Leuchtkorn, Choke-Einsätze (Laufbündig) in 1/1, ¾, ½, ¼, Skeetchokes sind optional erhältlich. Was man hier erwähnen sollte, dass Choke-Gewinde ist identisch mit dem von Beretta. Es passen hier die Beretta-Mobile-Chokes.

Das Waffengewicht liegt bei 3,3 kg. Für eine Sportflinte schon am unteren Ende, für eine Jagdflinte im Kal. 12 schon o.k. Alles da, was eine Flinte braucht. Nachdem ich die Flinte in die Hand genommen hatte, bemerkte ich, dass da noch mehr war. Die Haptik war sehr angenehm, der Pistolengriff hatte die richtige Größe und einen guten Winkel zum Handgelenk. Es sei nebenbei erwähnt, dass die Brenner BF18 fast ein Zwilling der Beretta 686 sein könnte, aber dennoch ist sie anders. Der Pistolengriff ist größer und liegt besser in der Hand, auch die Handballenausformung ist kräftiger als bei einer 686. Die Fischhaut ist sehr griffig. Auch der Vorderschaft ist etwas größer und dicker, sozusagen eine Zwischengröße. Die Größe liegt nur etwas unter dem klassischen Beavertail-Vorderschaft, alles in allem eine sehr angenehme Haptik. Die Gewichtsverteilung war gar nicht so schlecht, etwas Lauflastig und damit eigentlich so wie ich mir das für eine Flinte wünsche. Läufe und Laufschiene sind ventiliert, am Patronenlager ist ein schöner Sonnenschliff aufgebracht. Das Holz und die Metallteile sind sehr gut aufeinander eingepasst. Bei der Schaftkappe ist die obere Ecke etwas glatter gehalten als der Rest, somit kann der Schaft gut in die Schulter gleiten ohne zu stoppen.

View the embedded image gallery online at:
https://www.dieflinte.de/brenner-bf18.html#sigProGalleria7c0538314a
Auf schnörkeligen Schnickschnack wurde verzichtet. Lediglich das Nussbaumholz in Seidenmatt für den Schaft zeigt ein wenig schlichte Eleganz. Puristen werden das zu schätzen wissen. Rein jagdlichen Nutzern könnte die Flinte jedoch zu schlicht daherkommen. Klares Design dominiert. Gravurtechnische Verspieltheit sucht man vergebens.

Die Brenner BF18 macht Spaß, so viel wurde bereits nach den ersten Garben klar, die die orangenen Wurftauben zu Staub zerbröseln ließen. Die Waffe liegt wunderbar und schwingt gut. Der Rückstoß hält sich in Grenzen, was sich besonders beim Verfolgen der Taube zum zweiten Schuss bemerkbar macht. Das Korn macht einen kleinen Hüpfer, der den Bewegungsablauf kaum beeinträchtigt. Beim Trap- und Skeet-Schießen konnte die Brenner BF18 überzeugen, auch wenn die Lauflänge nur 71 cm beträgt.

Den ersten Wettkampf im Jahr wollte ich mal mit der Brenner-BF18-Flinte schießen.

Es war mal wieder soweit … der erste Wettkampf im Jahr stand an. Es ist die BDS Landesmeisterschaft Wurfscheibe. Die Tage vor dem Wettkampf, an der ich die Brenner-Flinte BF18 testen konnte, vergingen viel zu schnell. Heute ist Wettkampftag, die Brenner sollte zeigen, was sie kann und natürlich auch ich. Beim letzten Training lag ich immer bei 12/15 bis 14/15 Treffern. Damit war ich mehr als zufrieden, Flinte und Form war also da und wollten nun zeigen, ob es wirklich passt. Das Wetter war besser als angekündigt, die dicken Klamotten konnten im Schrank bleiben. Der Schießstand in Schale (https://www.ssc-schale.de) empfing uns mit reichlich Sonne und das bei Temperaturen um die 15°. Die Skeet- und Trap-Runden liefen ganz gut und so bin ich in meiner Altersklasse beim Skeet auf Platz 2 und im Trap auf Platz 1 gelandet. Man kann also auch mit einer preiswerten Flinte vernünftig treffen, an der Flinte liegt es meist selten.

Alles in allem eine gute Flinte für den Einsteiger. Bei einem Preis von unter 1.000 Euro bekommt man alles, was eine moderne Flinte haben sollte. Vielleicht wird die Modellpalette ja noch auf 76 cm erweitert.


Fotos und Text: Thorsten Heine