Battista-Rizzini-BR550-Querflinte

„Ein bisschen Spaß muss sein“

Ab und an mit einer Querflinte zu schießen, macht einfach Spaß und wenn das Wetter stimmt, noch mehr.
Es war ein Trainingstag wie aus dem Bilderbuch: kompetente Mitarbeiter des Schießstandes, sympathische Mitschützen, bestes Wetter und ein ansprechendes Trainingsgelände mit einem tollen Parcours. So muss es sein, wenn man eine
Flinte testen will. Der Schießstand Coesfeld ist nach dem Umbau noch schöner und besser geworden und
es liegen schon weitere Umbaumaßnahmen in der Schublade.

Der Knall löst sich auf in ein flüchtiges, wenngleich dramatisches Bild von Staub und Splittern.“ 

So hatte ich es noch letztens in einem anderen Artikel über das Flintenschießen gelesen und genau so sollte es sein, wenn die Flinte einem perfekt passt. Anscheinend hatte ich Glück und die Rizzini-BR550-Querflinte passte mir wie angegossen, so wie für mich gemacht. Gerade mit Querflinten habe ich so meine Probleme, bei den meisten älteren Modellen ist mir der Schaft zu kurz. Aber bei der Rizzini BR550 hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl.

Auch wenn sich Bockflinten in den vergangenen Jahren durchgesetzt haben: Querflinten haben einen unverwechselbaren Charme!

Moderne Flintenschützen wollen Einabzug, Wechselchokes und zudem auch Stahlschrottauglichkeit. All das erfüllt die Rizzini BR550 und optisch ist die Flinte zudem ein echter Hingucker. Durch den Pistolengriff und den Einabzug nicht gerade ganz an die klassischen englischen Jagdflinten angelehnt, auf jeden Fall aber perfekt und leicht zu händeln. Pistolengriff und Einabzug sind für mich eine perfekte Kombination, denn es entfällt ja das Nachhintenrutschen, um an den zweiten Abzug zu gelangen. Der Vorderschaft ist ein typisch schmaler Jagdvorderschaft, der aber trotzdem recht gut in der Hand liegt. Ein breiter Semi-Biberschwanzvorderschaft wäre hier für mich die technisch bessere Wahl gewesen, ist aber Geschmackssache.

Im Hause Battista Rizzini verstehen die Büchsenmacher ihr Handwerk und legen hinsichtlich der Verarbeitung der Waffe ein einwandfreies Geschick an den Tag. Die Brünierung ist makellos bis ins Detail, selbst an den Lötstellen finden sich keine Ungleichmäßigkeiten. Die Metallflächen sind sauber poliert, die Übergänge von Metall zu Metall und von Metall zu Holz wurden auf das Sorgfältigste angepasst. Natürlich entsteht eine solche Waffe nicht durch reine Handarbeit – heutzutage kommt man um moderne Maschinen nicht mehr herum.

Die Basküle in silbergrau, mit leichter Bundhärtungsnote, mit schlichtem Rizzini-Schriftzug tritt dezent in den Hintergrund, trotz der komplett mit feinen Blumen und Arabesken versehenen Gravur. Die Engländer würden die Gravur als „Beautiful ornamental Scroll engraving“ bezeichnen. Das Holz der Testwaffe ist sehr ansprechend und mit einem Hartöl behandelt, das nahezu den Eindruck eines Lackschaftes vermittelt. Die extrem fein geschnittene Fischhaut rundet den optisch schönen Gesamteindruck dieser Flinte ab.

3,3 Kilo Gewicht ist nicht gerade wenig, dafür aber gut ausbalanciert. Das 76 Zentimeter lange Laufbündel hat Wechsel-chokeeinsätze und trägt ein vernickeltes Perlkorn. Auf Wunsch bekommt man auch Extended Chokes für die BR550, was die klassische Linie komplett hinter sich lässt. Die Standard-Chokes sind natürlich laufbündig. Die Läufe haben 76er-Patronenlager. Visiert wird über eine Hohlschiene, die hinten noch 10 Millimeter breite Schiene wird nach vorn hin schmaler und misst an der Mündung 7 Millimeter.

Der Sicherungsschieber auf dem Kolbenhals blockiert die Abzüge. Der Laufumschalter ist im Sicherungsschieber als kleiner Querschieber eingesetzt. Umgeschaltet wird der Einabzug durch den Rückstoß des ersten Schusses. Bei einem Patronenversager muss daher zunächst der Umschalter manuell bedient werden, um den zweiten Lauf abfeuern zu können. Hier würde eine mechanische Umschaltung ohne Zeitverzögerung das Abfeuern des zweiten Laufes nur durch die Betätigung des Abzuges erlauben

Die Rizzini BR550 liegt gut und lässt sich wunderbar führen. Es macht einfach Freude, sie zu schießen, und das althergebrachte Side-by-Side-Gefühl stellt sich beim Querflintenliebhaber schnell ein.

Und das für nicht allzu teure ca. 2.500 Euro.

Text und Fotos: Thorsten Heine


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