Balser - Ein Besuch im Allgäu

Die Anzahl der deutschen Sportflintenhersteller ist gering. Im Prinzip findet man nur noch zwei relevante Firmen, die die deutsche Büchsenmachertradition bis in den Spitzensport tragen. Das ist zum einen Krieghoff aus Ulm und zum anderen die Allgäuer Firma Blaser aus Isny. Wir haben uns auf den Weg ins Allgäu gemacht und die Firma Blaser in Isny besucht.

Tradition

Das Traditionsunternehmen Blaser wurde 1957 von Horst Blaser in Isny gegründet. Jedoch schon das Firmengelände vermittelt den Eindruck, nicht einfach bei einem herkömmlichen Feinmechaniker ausgekommen zu sein, sondern bei einer hoch- modernen Firma, die erstklassige Waffen produziert. Und genauso präsentiert sich Blaser seinen Kunden im Wartebereich – modern mit traditionellen Werten.

Büchsenmachermeister Horst Blaser schuf von 1957 bis 1985 eine Büchsenmanufaktur, die sich von Anfang an mit der maschinellen Fertigung von Jagdwaffen beschäftigte. Der Anspruch, so viel wie möglich zu standardisieren, ohne die Qualität negativ zu beeinflussen, hält sich bis zum heutigen Tage. 1985 verkaufte Horst Blaser die Firma an Gerhard Blenk. In den folgenden zwölf Jahren wuchs das internationale Geschäft, das Horst Blaser bis zu dem Zeitpunkt noch nicht in seine Marketingstrategie eingebunden hatte. Ein weiterer Baustein war die Übernahme der Marke Mauser als eine der traditionsreichsten Marken für Jagdbüchsen, die bis heute eine große Fangemeinde hat.

Zwischen 1997 und 2000 ging es im Bereich Gesellschafter dann recht turbulent zu. Die Firma SIG übernahm die Anteile von Blaser und verkaufte dann die komplette Waffensparte an die Unternehmer Lüke und Ortmeier. So kam es, dass zum Konzern nicht nur die Marken Blaser und Mauser gehören, sondern auch die Marke Sauer, die zu SIG gehörte. Heute sind diese drei Marken in Isny unter einem Dach vereint und teilen sich die modernen Produktionsanlagen. Die allesamt in Isny stehen.

Ein Meilenstein in der Produktion von Waffen war sicherlich die R93. Eine Repetierbüchse, die mit einem Geradezugsystem 1993 auf den Markt kam. Sie versprach schnelles Nachladen, was bei den Jägern bei Drückjagden von erheblichem Vorteil ist. 2008 kam dann die R8 als Nachfolgemodell. An diesen Jahres- und Modellbezeichnungen erkennt man unschwer, wann die F3 von Blaser auf den Markt kam. Pünktlich zur IWA 2016 kam dann auch die F16 in das Programm der Firma Blaser.

Produktion

Ein Rundgang durch die Produktionshallen bestätigt den Eindruck, dass sich alles auf dem neuesten Stand befindet. Wie bei anderen Herstellern auch reiht sich eine CNC-Fräsmaschine an die andere. Blaser verfolgt aber bei der Produktion den modularen Ansatz. Jeder Lauf muss auf den ­Monoblock passen – diese natürlich innerhalb der gleichen Kalibergruppe. Um zu gewährleisten, dass man jedes Werkstück mit dem anderen in der Produktion kombinieren kann, müssen die Fertigungstoleranzen auf ein Minimum reduziert werden. Andere Hersteller bilden Pärchen von beispielsweise Monoblock und System, die gut zusammenpassen, und diese durchlaufen dann den Prozess. Bei diesen Pärchen gleichen sich die Fertigungstoleranzen aus und bilden so eine Einheit. Nicht so bei Blaser. Bei den Ingenieuren aus Isny muss ­jedes Fertigungsstück mit jedem anderen kombinierbar sein. Gute oder schlechte Pärchen gibt es bei den Allgäuern nicht.

Custom Store – Alles für den Jäger und Schützen

Wer glaubt, dass die Firma Blaser nur Waffen baut, liegt vollkommen falsch. Die Freunde aus Isny sehen sich als Komplettanbieter für das Thema Jagd. Die Palette, die dem Jäger angeboten wird, ist vielfältig. Es geht los beim Zubehör für die Waffe: Ob Dreibein aus Carbon, Montage für die Optik, Chokes, Gewichte für die F3 oder Schalldämpfer für die Büchse, alles rund um die erworbene Waffe kann bei Blaser noch dazugeordert werden und im Fachhandel kann das passende Outfit erworben werden. Wer dann noch Bedarf bei dem Thema Ausrüstung und hochwertige Accessoires hat, kann direkt bei Blaser im Onlinestore bleiben und sich dort mit Zubehör eindecken. Nach dem Einkauf im Shop entspannt man sich dann mit den von Blaser produzierten DVDs und freut sich schon über die Jagdreise, die man über Blaser Safaris gebucht hat. 

Für Einzelpersonen sowie für Gruppen hat die Firma Blaser ein eigenes Schießkino, in dem man den Drückjagdnachweis machen kann oder sich unter ­fachlich fundierter Anleitung im Bewegungsschießen versuchen und verbessern kann. Selbstverständlich stehen für diesen Event unterschiedliche Jagdwaffen für den Schützen bereit. 

Fazit

Der Besuch in Isny hat uns die Blaser-Welt nähergebracht. Neben der Produktion auf höchstem Niveau hat uns die Professionalität und die Produktvielfalt beeindruckt, die Blaser für ihre Kunden bereitstellt. 

Doch eine kleine Geschichte haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben. Tatsächlich wohnt Horst Blaser, der die Firma von 1957 bis 1985 besaß und führte, immer noch direkt neben dem Firmengelände. Es muss ein tolles Gefühl sein, wenn man immer noch jeden Tag sieht, was aus der Firma geworden ist, die man vor 30 Jahren abgegeben hat. Andersherum spricht es aber für sich, dass die mittlerweile weltweit agierende Waffenschmiede Blaser immer noch nicht vergessen hat, wer den Grundstein für dieses Unternehmen gelegt hat.

 

Text Dominik Allartz /  Fotos: Firma Blaser