43. Rottweil-Wanderpreis Jagd in Liebenau

43. Rottweil-Wanderpreis Jagd in Liebenau
Traditionsveranstaltung in Liebenau ausgebucht 

(hjr) Die eintreffenden Teilnehmer staunten nicht schlecht. Zwar war bereits im Vorfeld klar, dass es in diesem Jahr erstmalig einen reinen Flintenwettbewerb geben würde, aber auch der Schießstand präsentierte sich gegenüber dem Vorjahr verändert. 

Mike Bischoff und sein Team hatten ganze Arbeit geleistet. Viel frisches Holz war verbaut worden, neue Maschinen aufgestellt, Erdwälle aufgeschüttet und sogar ein Fischteich angelegt. Und zum ersten Mal in der Geschichte eines der aufwendigsten jagdlichen Wettkämpfe Deutschlands wurde in diesem Jahr also „nur“ auf Wurfscheiben gejagt. Neel Schoof seitens des Veranstalters RUAG Ammotec GmbH und Mike Bischoff, seit November 2012 Inhaber des ausrichtenden LJN-Rottweil-Schießstands, hatten sich größte Mühe gegeben, um für einen hochinteressanten Wettkampf zu sorgen. Es wurde eine ganz normale jagdliche Runde Trap, nur eben doppelt geschossen. Allerdings zeigten sich einige Schützen irritiert vom neu aufgeworfenen Erdwall, der sich nur wenige Meter vor der Grabenkante erhob. Zwar nicht sonderlich hoch, aber ausreichend, dass besonders flache Tauben gerade so darüberstrichen. Manche Garbe schaffte das nicht
ganz ... Das war
s dann aber auch schon mit der Normalität. Beim Skeet mussten ebenfalls 30 Scheiben, allerdings in einem Durchgang, beschossen werden. Zum üblichen Ablauf wurden zusätzliche Einzeltauben und Doubletten, aber auch völlig andere Varianten hinzugefügt: z. B. Doublette HH/NH – allerdings „auf Schuss“ oder zwei Hochhaus- bzw. Niederhaustauben direkt nacheinander ... Mancher Starter hatte damit so seine Schwierigkeiten. Auch auf Parcours A und B mussten je 30 Scheiben beschossen werden. Zeigte sich ersterer mit einigen sehr hohen und weiten Scheiben, dazu eines recht weit entfernten Rollhasen doch ziemlich anspruchsvoll, bestand die Schwierigkeit auf Stand B v. a. darin, dass die Maschinen bis auf eine einzige nicht zu sehen waren. Trotzdem war dieser Stand einfacher zu beschießen, in der Breite wurden dort deutlich bessere Ergebnisse erzielt.

48 Starter am Freitag und gar 52 Starter am Samstag freuten sich darüber, dass bereits 250 Rottweil-Sportschrotpatronen der im Vorjahr vorgestellten HV-Serie im Startgeld enthalten waren. Ältester Teilnehmer war diesmal der 78-jährige Rheinländer Hans Finke, die weiteste Anreise hatte wie immer Edelberth Wehrle aus Furtwangen im Allgäu. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer trat in der Altersklasse (> 60 Jahre) an, aber leider nur 7 Damen waren am Start, darunter auch die amtierende Bundesmeisterin Carmen Wilshusen, die mit 96 Treffern die Damenwertung am Freitag gewann. Die AK gewann der erfahrene Hans-Ludwig Hapke mit 111 Treffern und die offene Klasse gewann Andreas Neumann mit 113 Treffern, der damit auch Tagessieger des Freitags wurde. „Glücksfee“ der Verlosung des ersten Tages spielte der DJV-Bundesschießobmann Dr. Torsten Krüger, der am zweiten Wettkampftag den 3. Platz in der offenen Klasse belegte.

Am Samstag siegte mit 101 Treffern Kristin Sendker-Behrens bei den Damen, Antonius Wulfers mit 111 getroffenen Scheiben in der offenen und mit erstklassigen 115 Treffern Jörg-Dieter Meyer aus der Heidestadt Soltau in der Altersklasse. An allen (!) bisherigen Wettbewerben teilgenommen, wiederholte er damit seinen Gesamtsieg aus dem Jahre 1995. Die jeweiligen Sieger wurden mit 1.000 Rottweil-Schrotpatronen belohnt, die jeweils Zweiten bekamen 750 und die Drittplatzierten noch 500. An die Nächstplatzierten bis zur Hälfte des Starterfeldes wurden dann jeweils 250 Patronen vergeben, alle anderen erhielten immer noch 125. Jeder Teilnehmer bekam einen Preis. Damit nicht genug, wurden unter allen noch anwesenden Startern eines jeden Tages 4 x 250 Rottweil-Sportschrotpatronen verlost. 

Und auch damit nicht genug – es gab ja noch einen Sonderwettbewerb! Mit Unterstützung der Fa. Merkel aus Suhl wurde mit der Merkel Helix im Schießkino zur Saujagd geblasen. Unter allen Teilnehmern der Jagd auf die flüchtigen Schwarzkittel wurden jeweils 3 x 40 RWS-Büchspatronen verlost. In der Summe gab es wieder Preise im Gesamtwert von rd. 7.000,– € (!) zu gewinnen. Neben der tollen Atmosphäre wohl mit ein Grund für die Beliebtheit dieses Traditionswettbewerbes. Interessenten sollten sich daher schon jetzt den 5. und 6. Mai 2017 für den 44. Rottweil-Wanderpreis Jagd in Liebenau vormerken. Als zuvor nächster Höhepunkt auf dieser anspruchsvollen und schönen Anlage wird jedoch am 2. und 3. September 2016, eine Woche vor der Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen, der inzwischen 20. Rottweil-Marathon über 155 Wurfscheiben stattfinden. Anmeldungen direkt unter www.schiessstand-liebenau.de.

Text: Hans-Joachim Raabe