XXL-Cup auf dem Dornsberg

Höher, schneller, weiter

Es gibt nicht viele Veranstaltungen in Deutschland, die einen Schützen auf internationale Wettkampfe vorbereiten. Der XXL-Cup ist jedoch einer der wenigen Events, der das Niveau einer Europameisterschaft oder sogar einer Weltmeisterschaft hat. Wir waren vor Ort und haben uns der Aufgabe gestellt.

Die Rahmenbedingungen

Wer ein paar Tage vor dem Turnier angereist war und auf dem Dornsberg trainiert hatte, der kämpfte nicht nur mit den Tauben, sondern auch mit der Hitze. Es war kaum auszuhalten, aber am Donnerstag vor dem Turnier hatte es 37 Grad auf dem Dornsberg. Da kamen Mensch und Material an die Grenzen. Wer an solchen Tagen nicht auf seinen Wasserhaushalt achtet, verliert schnell die Konzentration und schießt dann weit unter seinen Möglichkeiten.

Glücklicherweise stoppte das Thermometer am 24. und am 25. Juni bei ca. 30 Grad. Das war zwar immer noch ziemlich warm, aber alle Schützen waren froh, dass die ganz heißen Tage am Dornsberg erstmal vorbei waren. 

Dass das Turnier gut vorbereitet war, braucht man bei den Events vom Dornsberg nicht nochmal zu erwähnen. Alles war in bester Ordnung und die Maschinen waren im besten Zustand. „No Bird“ bekamen die Schützen selten zu hören.

In den Mittagspausen wurde man vom eigenen Restaurant verwöhnt. Vom leichten Salat bis zum handfesten Stück Fleisch war alles zu bekommen. Der Service war perfekt.

Die Tauben

Das Layout von Herman Schilling war nicht nur etwas schwieriger, sondern wirklich anspruchsvoll. Man wollte nicht, wie in den letzten Jahren, nur knifflige, weitere oder schnelle Tauben präsentieren, sondern tatsächlich Europameisterschaftsniveau werfen. Die Redaktion hatte den Eindruck, dass das auch gelungen war. Letztendlich kann man das nur an den Ergebnissen der besten Schützen festmachen. Wenn die Topscorer wie bei einer EM punkten, dann muss das Niveau ähnlich sein. Natürlich spielt die Tagesform eine Rolle, aber die Bewertung über die Treffer ist sicherlich der zuverlässigste Index.

Es war anspruchsvoll, fies, gemein und wunderbar. Herman Schilling hatte beim Layout und bei der Wahl des Standes in die Trickkiste gegriffen. Es gab einige neue Tauben, aber auch altbekannte von neuen und bisweilen unmöglichen Ständen. Einen Heimvorteil hatten die Dornsbergschützen nicht wirklich.

Das Ergebnis

Nach 200 geworfenen Tauben stand das Ergebnis fest. Ed Solomon hatte mit 159 Treffern gewonnen. Das zeigt das Niveau des Wettbewerbs. Unter den Fachleuten ist man sich sicherlich einig, dass Ed bei „normalen“ Turnieren auf dem Dornsberg ein sicherer 90-%-Schütze ist. Wahrscheinlich sogar mehr. Nicht beim XXL-Cup 2017. Mit knapp 80 % der Treffer musste sich der ehemalige Weltmeister zufriedengeben. Dennoch konnte er mit diesem Ergebnis das Turnier gewinnen und die Prämie von 2.000 Euro mit nach England nehmen. Aber nicht nur Ed Solomon war erfolgreich. Der amtierende deutsche Meister Markus Leibinger belegte mit 156 Treffern den zweiten Platz. Auch hier zeigt das Ergebnis das Nivaeu des XXL-Cups. Schaut man sich die Ergebnisse der letzten Jahre bei den anderen Wettbewerben an, schoss Markus Leibinger immer etwas über 180 Treffer. Florian Schweizer, der nach dem ersten Tag noch auf Platz 2 lag, musste sich mit 153 Treffern Markus Leibinger geschlagen geben und belegte den 3. Platz.

Bei den Damen sah es nicht anders aus. Die Ergebnisse spiegeln auch dort den Schwierigkeitsgrad wider. Christiane Roth gewann mit 111 Treffern den XXL-Cup. Claudia Kanitz belegt den zweiten Platz mit 82 Treffern und Ruth Borgmeier-Lütz belegt mit 52 Treffern den dritten Platz. Eigentlich hätte sie doppelt so viele Treffer haben müssen, da sie am ersten Tag nicht teilnehmen konnte.

Zum Schluss gab es noch eine Verlosung, bei der unter allen anwesenden Schützen noch Sachpreise verlost wurden.

Fazit

Für viele Schützen war der XXL-Cup eine Herausforderung und eine Standortbestimmung der eigenen Leistung. Wer international bei EM oder sogar WM mitschießen möchte kann sich beim XXL-Cup schon mal Warmschießen.

Für ein paar Schützen war der XXL-Cup aber auch die Vorbereitung der WM in Ungarn. Schaut man sich die Zwischenstände der WM in diesen Tagen an, wird man feststellen, dass die Ergebnisse der ersten beiden Tage in Ungarn ziemlich genau mit den Treffern des XXL-Cups zusammenpassen. Und das zeigt, wie oben schon erwähnt, dass es Herman Schilling gelungen ist, das Layout so zu stellen, dass man echte WM-Tauben schießen konnte.

Also, wer mal EM- oder WM-Niveau schießen möchte, der sollte sich 2018 beim XXL-Cup anmelden. 

Text und Fotos: Dominik Allartz